• Und es hat mich doch gepackt – Marokko Teil 2

    In meinem Zwischenfazit habe ich davon berichtet, dass mir Marokko gut gefällt, es mich aber nicht in seinen Bann gezogen hat. Nach weiteren sechs Wochen in diesem Land und mit einer Woche Abstand muss ich jedoch zugeben: Marokko fehlt mir.

    Bereits der erste Ort abseits der Altantikküste hat mich verzaubert. Für mehrere Tage hielten wir in Tafraoute, das mich durch seine außergewöhnliche Umgebung packte: Irre Felsformationen, grüne Palmen und ganz viele Tiere. Von dort unternahmen wir schöne Ausflüge in die umliegenden Täler, aber auch direkt am Camper wurde es nicht langweilig, wie Robs in seinem Artikel „Ein Tag am Camper“ beschrieb.

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    Über den entspannten Ort Taroudannt führte uns unsere Route schließlich nach Ouarzazate, das Hollywood Marokkos. Diese Stadt ist wahrlich etwas für Filmfreunde: Die Kreisel sind mit überdimensionalen Filmrollen dekoriert und jedes moderne Café oder Restaurant trägt den Namen eines bekannten Kassenschlagers. Besonders die Studios sind sehenswert. Elena krabbelte auf der Schiffskulisse vom neuen Ben Hur und lag in Kleopatra Sänfte. Mein Highlight war die riesige aufgebaute Kulisse einer mittelalterlichen Stadt mitten in der Wüste. Sie wurde für „Königreich der Himmel“ aufgebaut und schließlich für einige Szenen aus „Game of Thrones“ wiederverwendet.

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    Wir rollten weiter die berühmte Straße der Kasbah hinauf. Doch weniger die alten Burgen haben es uns im Nachhinein angetan, sondern die spektakulären Schluchten. Gleich drei Stück folgen aufeinander, wobei uns die Dadesschlucht am besten gefallen hat. Hier konnten wir uns frei bewegen und kletterten einen ausgetrockneten Canyon entlang. Ganz wohl war mir in der Enge nicht, doch als Ausgleich gab es für mich die ausfallenden Oasengärten, die sich entlang der Flüsse ziehen. Ihr lebhaftes Grün bildete einen herrlichen Kontrast zu den kargen Bergen ringsherum.

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    Wie vielfältig Marokko ist, bewies unser nächstes Highlight: Die Dünenlandschaft am Erg Chebbi. Wir parkten unseren Camper direkt in der ersten Reihe und genossen die besondere Magie der weichen Sandformationen – besonders zu Sonnenauf- und -untergang. Tagsüber war es jedoch ziemlich heiß, sodass wir uns nach zwei Tagen verabschiedeten und Kurs Richtung Norden nahmen.

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    Über unseren interessanten Abstecher zum einsamen Bergsee gelangten wir schließlich nach Chefchaouen. Diese blau getünchte Stadt war ein krönender Abschluss. Ganz entspannt ließ es sich dort durch wunderhübsche Gassen schlendern, delikat Essen und einzigartige Dinge shoppen. Auf dem Campingplatz gab es einige herzliche Wiedersehen mit alten Camperfreunden.

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    Seit einer Woche sind wir bereits in Spanien und es geht hier wieder deutlich westlicher zu. Die Leute sind auffallend schick gekleidet und achten sehr auf ihr Äußeres. Natürlich ist auch das Preisniveau wieder gehobener. Am meisten vermisse ich jedoch die marokkanische Freundlichkeit. Es wird zwar auch hier gegrüßt, aber nicht so herzlich und intensiv wie drüben in Afrika. Vielleicht liegt es daran, dass wir Europäer meist in Eile sind? Ihr habt die Uhren, wir haben die Zeit, heißt nicht umsonst ein afrikanisches Sprichwort.

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2 Kommentare:

  1. Linda sagt:

    Freut mich,dass dir Marokko doch noch gefallen hat.Ich bin letztes Jahr fast vier Wochen mit dem Auto durch Marokko gefahren und war total begeistert von der Schönheit und vor allem dem Essen.
    Liebe Grüße
    Linda

    • Anke sagt:

      Hallo Linda,
      mittlerweile kann ich es kaum noch nachvollziehen, dass mich Marokko nicht gepackt hat. Ein sehr spannendes und abwechslungsreiches Land und auf jeden Fall eine Reise wert!!!
      Liebe Grüße
      Anke

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